Gräber der Garnisionkirche Potsdam

Garnisonkirche, 1904
Garnisonkirche, 1904
Garnisonkirche, 1904

Grabstätte preußischer Herrscher

1740 wurde Friedrich Wilhelm I. in der Kirche beigesetzt. Statt neben ihm, fand seine Gemahlin in Berlin ihre letzte Ruhe. Friedrich II. (1740-1786) wurde gegen seinen testamentarischen Wunsch neben seinem Vater beigesetzt. Bis zum Jahr 1944 dauerte diese unfreiwillige Nähe an. Beide Preußenherrscher fanden erst 1991 nach der Auslagerung in die Stammburg der Hohenzollern getrennte Ruhestätten: Friedrich Wilhelm I. im Mausoleum an der Friedenskirche, Friedrich II. bei Sanssouci. Die Garnisonkirche wurde mit der Beisetzung des Soldatenkönigs zur Bühne königlicher Inszenierung, zur preußischen „Wallfahrtsstätte“. In einer dramatischen Szene am Grab Friedrichs II. verbrüderten sich 1805 Zar Alexander I. und Friedrich Wilhelm III. (1797-1840) gegen Napoleon. Der siegreiche, französische Kaiser besuchte ein Jahr später selbst die Kirche, wo er lange in der Zeit in der Gruftkammer verweilt haben soll. Die Niederlage Preußens wurde durch seine Verehrung für Friedrich II. noch deutlicher unterstrichen. So wurde die Garnisonkirche zur Projektionsfläche politischer Selbstdarstellung. Die Kirchengemeinde besaß keine eigenen Leitungsgremien und war abhängig vom Staat. Sie konnte sich deshalb auch nie gegen diese Art von fremdbestimmter Nutzung wehren. [...] 

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Kirchengebäude der Garnisionkirche Potsdam

Garnisonkirche, 1904
Garnisonkirche, 1904
Garnisonkirche, 1904

Architektur der Garnisionkirche Potsdam

Gemauert wurde die Garnisonkirche aus Ziegelsteinen, wobei dekorative Elemente aus Sandstein bestanden. Die Seiten des Quersaalbaus wurden durch fünf hohe Rundbogenfenster gegliedert. Um diesen in den Kirchenbau zu integrieren, befanden sich an beiden Seiten des Turmes Treppenhäuser. Eine Wetterfahne, welche einen auf die Sonne zufliegenden Adler zeigte, bildete die Spitze. Sie verwies mit dem Monogramm Friedrich Wilhelms I. nicht nur auf den Wahlspruch des Königs: „Nec soli cedit“ – auch der Sonne weicht er nicht. Für den zu Christus strebenden Gläubigen standen Adler und Sonne ebenfalls. Auf den „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. war dies ein Seitenhieb zugleich. [...] 

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Geschichte der Garnisonkirche Potsdam

Garnisonkirche, 1904
Garnisonkirche, 1904
Garnisonkirche, 1904

Historische Ereignisse im Zusammenhang mit der Garnisonkirche Potsdam

In der Potsdamer Garnisonkirche feierten am 4. Juli 1816 das Militär und die Bevölkerung die Befreiung von den Franzosen in Anwesenheit Friedrich Wilhelms III. An den Wänden wurden eroberte Fahnen, Standarten und Tafeln mit den Namen der Gefallenen angebracht. Der König ließ zur Erinnerung an das Bündnis zwischen Preußen, Russland und Österreich eine marmorverkleidete Nische errichten, in der die Wappen der „drei schwarzen Adler“ hingen. Beide evangelischen Konfessionen, die reformierte und die lutherische, hatten seit Bestehen der Garnisonkirche getrennte Gottesdienste gehalten. Am Reformationstag im Jahr 1817 nahm der König am Gottesdienst zur Vereinigung der beiden Konfessionen zur Unierten Kirche teil. Auf dem Altartisch, den vorher nach reformiertem Brauch nur die aufgeschlagene Bibel schmückte, standen ein Kruzifix und zwei Leuchter als äußeres Zeichen dafür. Der Innenraum der Kirche befand sich zum Ende des 19. Jahrhunderts in einem dürftigen Zustand. Eine Renovierung war mit Blick auf die vielen Fremden, die kamen, um die Grabstätte der bedeutendsten Könige Preußens zu besuchen, notwendig. [...] 

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