Geschichte der Garnisonkirche Potsdam

Garnisonkirche, 1904
Garnisonkirche, 1904
Garnisonkirche, 1904

Historische Ereignisse im Zusammenhang mit der Garnisonkirche Potsdam

In der Potsdamer Garnisonkirche feierten am 4. Juli 1816 das Militär und die Bevölkerung die Befreiung von den Franzosen in Anwesenheit Friedrich Wilhelms III. An den Wänden wurden eroberte Fahnen, Standarten und Tafeln mit den Namen der Gefallenen angebracht. Der König ließ zur Erinnerung an das Bündnis zwischen Preußen, Russland und Österreich eine marmorverkleidete Nische errichten, in der die Wappen der „drei schwarzen Adler“ hingen. Beide evangelischen Konfessionen, die reformierte und die lutherische, hatten seit Bestehen der Garnisonkirche getrennte Gottesdienste gehalten. Am Reformationstag im Jahr 1817 nahm der König am Gottesdienst zur Vereinigung der beiden Konfessionen zur Unierten Kirche teil. Auf dem Altartisch, den vorher nach reformiertem Brauch nur die aufgeschlagene Bibel schmückte, standen ein Kruzifix und zwei Leuchter als äußeres Zeichen dafür. Der Innenraum der Kirche befand sich zum Ende des 19. Jahrhunderts in einem dürftigen Zustand. Eine Renovierung war mit Blick auf die vielen Fremden, die kamen, um die Grabstätte der bedeutendsten Könige Preußens zu besuchen, notwendig.

Vereinnahmung der Garnisonkirche Potsdam durch die Nationalsozialisten

Im historischen Bewusstsein nimmt die Vereinnahmung der Garnisonkirche durch die Nationalsozialisten den größten Raum ein. Adolf Hitler und Paul von Hindenburg eröffneten am 21. März 1933 gemeinsam den Reichstag an diesem symbolisch aufgeladenen Ort. Durch diesen Akt war Hitler darum bemüht, in die Reihe der Hohenzollern und somit das „Dritte Reich“ in die Nachfolge Preußens zu stellen. Der Begriff des „Geists von Potsdam“ entstand, der bis heute mit preußischen Militarismus und Expansionsdrang gleichgesetzt wird. Der schwere Bombenangriff auf Potsdam im April 1945 sollte nicht nur die Stadt, sondern auch ein Symbol des Preußentums treffen. Dabei erlitten besonders das historische Zentrum und das östliche Havelufer großen Schaden. Der Turm geriet durch Funkenflug in Brand, obwohl die Kirche selbst nicht getroffen wurde. Dadurch stürzte das berühmte Glockenspiel in die Tiefe.

Die Potsdamer konnten nach dem Krieg noch auf die Ruinen der ausgebrannten Garnisonkirche blicken, in deren Turm eine provisorische Heilig-Kreuz-Kapelle eingerichtet wurde. Im Juni 1967 jedoch erklärte Walter Ulbricht von höchster Stelle: „Das Ding muss weg“. Die preußische Vergangenheit musste weg. Gegen den Abriss kämpfte die Kirchengemeinde vergebens.

Am 14. Mai 1968 erfolgte die erste Sprengung an der Königsgruft, dann am Kirchenschiff. Hier verläuft heute eine Straße mit hohem Verkehrsaufkommen. An dieser Stelle ist das alte, von den Kirchtürmen geprägte Stadtbild nicht mehr zu erkennen.

Du magst vielleicht auch