Kirchengebäude der Garnisionkirche Potsdam

Garnisonkirche, 1904
Garnisonkirche, 1904
Garnisonkirche, 1904

Architektur der Garnisionkirche Potsdam

Gemauert wurde die Garnisonkirche aus Ziegelsteinen, wobei dekorative Elemente aus Sandstein bestanden. Die Seiten des Quersaalbaus wurden durch fünf hohe Rundbogenfenster gegliedert. Um diesen in den Kirchenbau zu integrieren, befanden sich an beiden Seiten des Turmes Treppenhäuser. Eine Wetterfahne, welche einen auf die Sonne zufliegenden Adler zeigte, bildete die Spitze. Sie verwies mit dem Monogramm Friedrich Wilhelms I. nicht nur auf den Wahlspruch des Königs: „Nec soli cedit“ – auch der Sonne weicht er nicht. Für den zu Christus strebenden Gläubigen standen Adler und Sonne ebenfalls. Auf den „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. war dies ein Seitenhieb zugleich.

Glockenspiel der Garnisionkirche Potsdam

Das Glockenspiel der ersten Garnisonkirche wurde im Turm wieder aufgehängt. Seit 1797 erklang zur vollen Stunde eine geistliche und zur halben Stunde eine weltliche Melodie: „Lobe den Herrn“ und „Üb immer Treu und Redlichkeit“. Diese Melodien können Sie heute am rekonstruierten Glockenspiel wieder zu den gleichen Zeiten hören.

In die Kirche führten sechs Eingänge. Das mit einer Inschrift versehene, besonders reich verzierte Turmportal wurde nicht genutzt. Der Innenraum wurde unterteilt von zwei Seitenschiffen und einem Mittelschiff und hölzerne Emporen bildeten zwei Obergeschosse. Auf der ersten Empore gegenüber Kanzel und Orgel saßen König und sein Gefolge. Im Erdgeschoss darunter nahmen Königin und deren Hofdamen Platz; im Winter konnte man auch hier heizen. Das Erdgeschoss blieb ansonsten der Zivilgemeinde sowie den Frauen der Offiziere und Soldaten vorbehalten, die geräumigen Emporen dienten dem Militär. In der Kirche fanden insgesamt 2800 Menschen Platz. Vermutlich wollte der König seine Soldaten am Einschlafen hindern, da das Gestühl ursprünglich keine Rückenlehnen besaß. Im Jahr 1738 wurde eine flache Rampe eingebaut, um den gichtgeplagten König in einem Rollstuhl zu seinem Platz zu bringen. Die Forderung der calvinistischen Überzeugung des Königs, die Kirchenausstattung schlicht zu halten, ergänzte sich vorzüglich mit dessen Sparsamkeit. Im Zentrum des Kirchenraumes stand der einfache Altar. Der König investierte, im Gegensatz zu der kargen Ausstattung, hohe Summen in den Bau einer monumentalen Kanzelgruft, welche eine Einheit mit dem Grabraum bilden sollte. Mit poliertem, dunklen Marmor war die Königsgruft selbst verkleidet. Der König ließ für sich und seine Gemahlin Sophie Dorothea schwarze Marmorsarkophage aus den Niederlanden einschiffen.

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